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Lebensräume der alten Kulturlandschaft

Nachruf - Wilhelm Poost

Eines der ersten und treuesten Mitgliedern in der BUND Kreisgruppe Freyung-Grafenau

Zum Tod von Wilhelm Poost

Die Kreisgruppe Freyung-Grafenau des BUND NATURSCHUTZ ist traurig über den Tod von Herrn Wilhelm Poost, der im April 2021 mit 93 Jahren in Hinterfirmiansreut gestorben ist.

Wilhelm Poost war eines der ersten und treuesten Mitglieder im BUND NATURSCHUTZ in Bayern e.V. der Kreisgruppe Freyung-Grafenau. Für seine über 50-jährige  Mitgliedschaft wurde er bereits im Jahr 2018 mit der goldenen Ehrennadel und Urkunde bedacht. Eine weitere Auszeichnung des BUND NATURSCHUTZ für sein gutes Wirken durfte Herr Poost noch im Januar 2021 entgegennehmen. Leider konnte der Vorsitzender der Kreisgruppe, Dr. Peter Mayer, diese Anerkennungs-Urkunde situationsbedingt durch die Pandemie nicht persönlich überbringen. Wilhelm Poost hat sich nach Aussage seiner Tochter jedoch sehr darüber gefreut.

Obwohl Herr Poost in dieser langen Zeit als BN-Mitglied keine Funktion in der  Vorstandschaft inne hatte, setzte er sich stets aktiv und mit großem Engagement für die Belange des Natur- und Artenschutzes ein - er war Naturschützer von ganzem Herzen!  Vor allem sah sich der Forstmann Poost als Bindeglied und Vermittler zwischen Jägerschaft und Naturschutz. Er  hat durch seine liebenswürdige und ausgleichende, gleichzeitig auch bestimmte Art ermöglicht, eine fruchtbare Diskussionskultur zu etablieren – was bei diesen beiden Gruppierungen, gerade in den 80er und 90er Jahren, nicht unbedingt üblich und leicht war.

Wilhelm Poost hat den Jägern vermittelt, dass gewisse Arten, die im Jagdrecht verankert sind, als bedroht gelten und ganz gezielt der sogenannten „Hege“ durch den Waidmann bedürfen. Daraus resultierte unter anderem die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Fischotterschutz, in der neben dem Jagdverband sämtliche Naturschutzverbände wie auch Fischereivereine und Imker sich bemüht haben, den Schutz der Fließgewässer samt ihren Bewohnern nachhaltig zu verbessern. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die Einigkeit, wenn es darum ging, neue Kleinst-Wasserkraftwerke zu verhindern. In dieser freundlichen Atmosphäre wurde der Landkreis Freyung-Grafenau auch zum Ankaufsschwerpunkt   für die WILDLANDSTIFTUNG des Jagdverbandes, und so konnte sich auch das Fischotterzentrum in Mauth zu einem Ort der Diskussion und des Austausches zu Themen über Jagd und Naturschutz etablieren. Wilhelm Poost war eine wertkonservative Autorität mit großer Ausstrahlung, die nicht zuletzt zur stetig wachsenden Akzeptanz des Luchses in unseren Wäldern und Revieren entscheidend beitrug. Und darüber hinaus auch im gesellschaftlichen Bereich zu großer Anerkennung führte.

Erinnert sei auch an ein weiteres Engagement von Wilhelm Poost:  Er setzte sich zusammen mit dem BUND NATURSCHUTZ  (in gutem Austausch mit dem damaligen Landesgeschäftsführer des BN, Helmut Steininger) für Ausgleichszahlungen von Fischotterschäden an betroffene Teichbesitzer ein; hierin war auch der BUND NATURSCHUTZ finanziell mit beteiligt.

Uns Naturschützern bleibt Wilhelm Poost als ein großes Vorbild in Erinnerung! Eine geradlinige, auch streitbare, stets an der Sache und dem Ziel orientierte Persönlichkeit mit Humor und Herzenswärme. Ein Mensch, der uns den steinigen Weg im Ausgleich der unterschiedlichen Interessen rund um den Arten- und Umweltschutz etwas ebnete. Für dieses wertvolle Wirken sind wir Wilhelm Poost sehr dankbar und werden ihn nicht vergessen.

 

Trauer um den ostbayerischen Ottervater

Bericht in der Passauer Neuen Presse vom 26.04.2021