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Berichte

Wässerwiesen und Moore

Wässerwiesen – eine alte Kulturtechnik fördert die Artenvielfalt
Im Bayerischen Wald wurden ab dem 17 Jahrhundert vermehrt sogenannte Wässerwiesen angelegt. Durch das periodische Wässern der Wiesen verbesserten sich die Nährstoffversorgung und das Pflanzenwachstum. Dies war die Basis für eine dauerhaft ertragfähige Nutzung der Wiesen und die Haltung von Tieren, z.B. Rindern.

Mit deren Mist wurden wiederum die Äcker gedüngt. So war mit der Zeit nicht nur die Viehzucht in größerem Umfang möglich, sondern auch der Anbau von Getreide, Gemüse und Obst für den Verkauf. Dieses System wurde immer weiter ausgebaut, es entstanden unterschiedliche, teilweise sehr komplizierte Wässersysteme, die in Relikten noch heute zu finden sind.

Die Wässerwiesen steigerten insbesondere die Artenvielfalt im Gebiet. Steinkrebse, Muscheln und Libellen waren durch das zusätzliche künstliche Gewässersystem auf dem Vormarsch. Auch das Laichgebiet von Amphibien und damit das Jagdgebiet der Kreuzotter wurden vergrößert. Die Wiesen waren ein ideales Brutgebiet für Wiesenbrüter.

Wässerwiesen förderten auch die Moorbildung
Auch Moorflächen wurden durch die Kulturtechnik der Wässerwiesen gefördert. Sie entstanden zu einem Teil in Bereichen, in denen sich das überschüssige Wasser nach dem Wässern staute. Zum weit größeren Teil jedoch wurde das Regionalklima durch die große Fläche der Wässerwiesen wesentlich feuchter. Der erhöhte jährliche Niederschlag trug wiederum zur Bildung von Mooren bei.