Zur Startseite
  • Aktuelles
  • Vereinsleitung

Berichte

Das Projektgebiet Wagenwasser in Philippsreut

Das tschechisch-deutsche Projekt „LIFE for MIRES“ wird grenzübergreifend umgesetzt und hat das Ziel, Moore und Feuchtgebiete zu erhalten und zu renaturieren.

Eine Projektfläche befindet sich auch in Philippsreut: Das Projektgebiet „Wagenwasser“ liegt direkt an der Grenze zu Tschechien, am Grünen Band. Es gehört zum sogenannten Natura 2000-Gebiet „Moore bei Finsterau und Philippsreut“ und ist damit Teil des europäischen Naturschutzgebietssystems.

Früher wurden die Auwiesen um den Bach „Wagenwasser“, der von Vorderfirmiansreut Richtung Tschechien fließt und in seinem weiteren Verlauf genau entlang der Grenze verläuft (auf Tschechisch „Hraniční potok“ = „Grenzbach“), als sogenannte Wässerwiesen genutzt. Dies bezeichnet eine alte Kulturtechnik, die Wiesen gezielt bewässert, um ihren Ertrag zu steigern. Dies hat jedoch auch dazu geführt, dass hier viele Moorbereiche und Feuchtwiesen sowie zahlreiche besondere Tiere und Pflanzen gefördert wurden.

In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwand diese Form der Nutzung aufgrund der Mechanisierung und Intensivierung in der Landwirtschaft. Der Bereich um das Wagenwasser wurde danach durch Drainagen trockengelegt und in weiten Teilen mit Fichtenplantagen („Fichtenäckern“) bestockt. Diese extrem artenarmen Fichtenplantagen auf trockengelegten Feuchtwiesen und Mooren haben nichts mit einer natürlichen Waldentwicklung zu tun und sind in Zeiten des Klimawandels mit vermehrt auftretenden Dürren extrem anfällig für Borkenkäferbefall.

Gefördert durch das Klimaprogramm Bayern (KLIP 2020) umgesetzt durch die Regierung von Niederbayern, konnte der BUND Bayern Teile der Flächen am Wagenwasser ankaufen. Gebunden an die Förderung ist die Auflage, die Flächen im Sinne des Moorschutzes zu entwickeln.

Im Projekt LIFE for MIRES werden nun Drainagen entfernt und Gräben gedämmt, um eine vorsichtige Wiedervernässung der Flächen zu erreichen. Die nach Ende der Wässerwiesen angepflanzten, aber für diesen Standort ungeeigneten Fichtenanpflanzungen, werden auf den Flächen des BUND langfristig „umgebaut“ zu naturnahen Waldbereichen und Waldrändern. So können wieder lichte Moorwälder mit Moor-Birken und Spirken entstehen. Parallel zu diesen Maßnahmen findet zur langfristigen Pflege und Offenhaltung von Teilbereichen des Projektgebietes eine extensive Beweidung mit Rindern statt. Diese wird im Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ umgesetzt.

Weiter Informationen: