MenuKreisgruppe Freyung-GrafenauBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Besuch des Landesbeauftragten Richard Mergner

Pause während eines arbeitsreichen Tages: Die Vorstandsmitglieder der Bund Naturschutz Kreisgruppe Freyung-Grafenau Michael Haug (von links), Peter Mayer, Heike Dülfer und Karel Kleijn führten Richard Mergner und Kurt Schmid vom Landesverband durch den Landkreis
Diskussion auf dem Weg zur Ausleitung der Stadtwerke Waldkirchen
Blick auf die Fischaufstiegshilfe am Sausbach

Bericht in der PNP Freyung:

Wind, Wasser und Weidevieh

Vertreter des Landesverbandes des Bund Naturschutz in Bayern e.V. besuchten die Kreisgruppe FRG – Energiethemen auf der Agenda

FRG. Der neu gewählte Vorsitzende der Kreisgruppe Freyung-Grafenau des Bund Naturschutz, Dr. Peter Mayer, durfte bereits kurze Zeit nach seinem Amtsantritt Besuch aus der Verbandsleitung des Bund Naturschutz in Bayern e.V. begrüßen. Richard Mergner, „Landesbeauftragter“ und damit zweiter Mann nach dem Vorsitzenden Prof. Hubert Weiger und seinen Stellvertretern, kam zu einem spontanen Begrüßungsbesuch in den Landkreis Freyung-Grafenau, begleitet von Kurt Schmid, dem Regionalreferenten für Niederbayern. Dabei wurde ein umfangreiches Programm absolviert und der Kreisgruppe ein überaus positives Zeugnis ausgestellt.

Sie nennt sich „Vorbehaltsfläche für Windkraftnutzung Nummer 98“: Gleich zu Beginn des Besuchs von Richard Mergner und Kurt Schmid hatten die Gastgeber einen „Hot Spot“ der Energiediskussion im Landkreis Freyung-Grafenau gewählt. Vorsitzender der Kreisgruppe des Bund Naturschutz, Peter Mayer, Fachreferent der Kreisgruppe und Wildbiologe Karel Kleijn sowie Kreisgeschäftsstellenleiterin Heike Dülfer machten sich einen Eindruck von der im Landkreis heiß diskutierten Vorbehaltsfläche für Windkraftnutzung Nummer 98 oberhalb von Waldkirchen. Christian Zarda, ortskundiger Sprecher der Anlieger, führte die Gruppe auf die Kuppe des Neidlinger Berges.

„Der BN steht der Windkraftnutzung grundsätzlich positiv gegenüber“, betonte Richard Mergner vom Landesverband. „Wenn es dem Allgemeinwohl dienlich ist, muss auch gegebenenfalls einmal ein Zugeständnis an den Landschaftsschutz gemacht werden, aber natürlich gilt das auch umgekehrt.“ meinte er. In ganz Deutschland gäbe es viel mehr windhöffige Standorte für Windkraftanlagen als tatsächlich gebraucht werden, deshalb müsste nicht jede in Regionalplänen ausgewiesene Fläche genutzt werden. (Anmerkung der Redaktion: Windhöffigkeit meint das durchschnittliche Windaufkommen an einem bestimmten Standort - als Maßstab für die Gewinnung von Windenergie) Jeder einzelne Standort müsse allerdings auch naturschutzfachlich untersucht werden, ob nicht seltene Arten von Pflanzen oder Tieren durch eine Windkraftanlage aus ihrem Lebensraum verdrängt werden, so Mergner. Das besage auch die derzeit geltende Gesetzgebung.

Deshalb konnte die Gruppe des Bund Naturschutz auch keine Aussage zu der Fläche Nr. 98 treffen, da dies erst nach einer sogenannten „saP“, einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung, möglich ist. Weil gegen den besichtigten Standort Einwände der Bevölkerung aufgrund der weithin sichtbaren Lage auf der Bergkuppe und der Nähe zur Ortschaft vorliegen, besichtigte die Gruppe die nahegelegene, ebenfalls als Alternativstandort ausgewiesene Vorbehaltsfläche Nummer 99, bei dem es nach Aussagen von Christian Zarda keine Einwendungen der Bevölkerung gibt.

Nicht nur die Wind-, sondern auch die Wasserkraft bekamen Mergner und Schmid zu sehen: Man zeigte den beiden Besuchern die Sausbachklamm und die Ausleitung für das Wasserkraftwerk Waldkirchen, denn der Regionalreferent für Niederbayern, Kurt Schmid, hatte die im Winter so heftig kritisierte Stellungnahme des BN für das Wasserrechtsverfahren der Stadt Waldkirchen formuliert. Danach brauchte man erst einmal eine Stärkung und genoss das gute Essen mit einheimischem Bisonfleisch im Gasthaus Hafner in Perlesreut samt guter Aussicht auf der Terrasse. Die Bisons auf der Weide konnten die Gäste auch in Natura während eines Abstechers an die Ilz in der Nähe der Ettlmühle bewundern. „Gesundes Essen für uns Menschen ist genau so wichtig wie der Lebensraum für wilde Tiere“ sagte Richard Mergner, und hörte mit Freude, dass der Kreistag Freyung-Grafenau sich für gentechnikfreie Landwirtschaft ausgesprochen hat und auf seinen eigenen Flächen auch keine Gentechnik duldet.

Stolz verwies Peter Mayer auch auf das vielseitige Veranstaltungsprogramm der Kreisgruppe, das zusammen mit dem Katholischen Kreisbildungswerk, und anderen Veranstaltern angeboten wird. In diesem Jahr 2013 gibt es unter anderem Termine zum Thema energetische Sanierung von Wohnhäusern mit dem Landkreis Freyung-Grafenau. Klassische Bereiche, wie etwa eine Moorwanderung mit der Botanischen Arbeits- und Schutzgemeinschaft Bayerischer Wald BASG dürften natürlich auch nicht fehlen, zitierte der Vorsitzende aus dem umfangreichen Jahresprogramm. Insbesondere die Veranstaltungen rund um den Dreisessel fänden großes Interesse, meinte Fachreferent der Kreisgruppen, Karel Kleijn, und berichtete, dass mit Unterstützung der Naturschützer aus FRG und Oberösterreich Ziegen am Dreisessel weiden. Im Internet-Auftritt unter www.freyung-grafenau.bund-naturschutz.de würden nicht nur Veranstaltungen und die PNP-Berichte darüber dokumentiert, sondern auch die BN-eigenen Flächen gezeigt, wichtige Stellungnahmen zu Bauvorhaben oder Öko-Tipps veröffentlicht. (grc)