MenuKreisgruppe Freyung-GrafenauBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Informatives zu den BN-Ankaufsflächen im Landkreis FRG

Zu den Haupttätigkeiten der Kreisgruppe gehört seit Jahren die Betreuung der Pacht- und Ankaufsflächen. Die starken Ankaufsbemühungen des Hauptverbandes im Rahmen des Klimaschutzprogramms der Bayerischen Staatsregierung und des Projekts ,,Grünes Band '' vom BUND, haben den Grundbesitz in unserem Landkreis auf 75 Hektar erweitert. Dazu kommt die Betreuung von 15 Hektar Pachtfläche oder Fremdflächen im Rahmen einer Kooperation mit Kommunen und/oder mit dem Naturpark Bayersicher Wald.

Bei den Pachtflächen handelt es sich um 85 Flurnummern, verteilt auf 13 Gemeinden. Spitzenreiter sind Haidmühle (18 Flurnummern, 21 Hektar), Philippsreut (24 Nummern, 19 Hektar),  Neureichenau (3 Nummern, 7 Hektar), Mauth (2 Nummern, 6 Hektar), Innernzell (10 Nummern, 6 Hektar), Grafenau (8 Nummern, 2 Hektar) und Saldenburg (7 Nummern, 2 Hektar). Eine größere Einzelfläche gibt es in der Gemeinde Hinterschmiding.

Auch wenn die vielen Flurnummern auf viele kleine Einzelflächen deuten, gibt es in Haidmühle, Philippsreut, Innernzell und Grafenau größere Komplexe von aneinandergrenzenden Flächen. Ankaufsschwerpunkt ist neben dem Grünen Band (die vier erstgenannten Gemeinden in der Übersicht) das Flußsystem der Ilz und seine Quellbäche. Letzteres ist teils eine Folge von Altflächen, erworben, um Kraftwerkpläne zu verhindern - und/oder gekauft im Rahmen eines Projekts, um den in den 70-er Jahre auf Einzeltiere geschrumpften Bestand des Fischotters zu stützen. Letzteres führte auch zu Ankäufen an Saußbach und Wolfsteiner Ohe.

Bezogen auf den Lebensraumtypen ergibt sich mit 50-60 Hektar Feuchtfläche ein klarer Schwerpunkt, 35-40 Hektar davon sind Moor-, Au- oder Bruchwald.

Der Ankauf ist nur der erste Schritt zur Flächensicherung. Auch wenn bei den meisten Ankaufsflächen langfristig eine kontinuierliche und flächenhafte Pflege nicht notwendig sein dürfte, ist in den Anfangsjahren oft intensive Betreuung nötig, um diese pflegeextensive, weitgehend natürliche Selbstentwicklung zu ermöglichen. So sind viele Klimaschutzflächen stark beeinträchtigt von Austrocknung durch Entwässerung und durch die Verdunstung der nach der Entwässerung aufgeforsteten oder auch spontan angesiedelten Gehölzbeständen. Die Bestände können sich ohne künstliche Wiedervernässung nicht selbst helfen, auch wenn erfreulicherweise der Biber in fünf Ankaufsflächen sozusagen kostenlos mitarbeitet oder Pflege und Entwicklung bestimmt und nebenbei für Totholz und Förderung von Braunkehlchen und Bekassine sorgt.

Zu den von der Kreisgruppe geleisteten Maßnahmen der letzten 5-10 Jahre zählen:

  • Vegetationskartierung (5 Flächen)
  • Kartierung von Kreuzotter (6 Flächen) und Birkenmaus (2 Flächen)
  • Maschinelle Wiedervernässung (8 Flächen)
  • Wiedervernässung von Hand (14 Flächen)
  • Maschinelle Gehölzbeseitigung (11 Flächen)
  • Gehölzbeseitigung von Hand (10 Flächen).
  • Schlitzen von Fichtenrinde (8 Flächen) durch unseren erfahrenen und spezialisieren Motorsägenführer. Diese neue vom Nationalpark entwickelte und anerkannte Methode der Borkenkäferbekämpfung ermöglicht es die für die Entwicklung von Moorlebensräumen sehr negative Auswirkungen der klassischen Borkenkäferbekämpfung wesentlich zu verringern.
  • Asthaufen für Reptilien, Kleinsäuger, Vögel (7 Flächen)
  • Gehölzpflanzung (10 Flächen)
  • Tümpel- / Weiherbau (10 Flächen)
  • Winterwohnung für Kreuzotter (2 Flächen)
  • Eine von Flächenbesitz unabhängige jahrzehntelange Tätigkeit ist die Betreuung von derzeit drei Krötenzäune. Es ist Teil der, bezogen auf die Zahl der freiwilligen Mitarbeiter, größte Naturschutzaktion in Bayern, und ist auch bei uns von der Anzahl der Aktivenher, die größte Maßnahme.

Wesentlich ist die Einbindung vieler Maßnahmen in Artenschutzkonzepte (Fischotter, Birkenmaus, Auer-, Birk- und Haselhuhn, Kreuzotter, Amphibien, Hochmoor-Schmetterlinge, Weißzüngel, Berg- Greißkraut, Wenigblütige Segge, Fettkraut und Sonnentau, um die Wichtigsten heraus zu heben). Wichtig ist aber auch die Mithilfe in der Umsetzung des Landschaftsplans Hohenau, Naturparkplanungen in Thurmannsbang und Mauth, die Umsetzung der Natura 2000-Konzeption der EU, die Belebung des Grünen Bandes sowie die Beteiligung an Beweidung und Wiedervernässung von Flächen im Randbereich des Nationalparks Bayerischer Wald. Einige der Schnittstellen ergeben sich aus den Ankaufsauflagen. So liefert die EU den wesentlichen Beitrag bei der Ankaufsfinanzierung (Schwerpunkt Moorentwicklung und -wiederbelebung) und es sind einige Maßnahmen in das ,,Leben für Moore, Life for Mires“-Projekt der EU eingebunden, das nun seit 2018 von beiden Nationalparken und dem Bund Naturschutz durchgeführt wird.

Die Zusammenarbeit mit Bayerischer Staatsforstverwaltung, Kommunen, Naturpark Bayerischer Wald, Nationalpark Bayerischer Wald, Förderverein Bischofsreuter Waldhufen und den Betreuern der Artenschutz- und Natura 2000-Konzepte ist für den Arten- und Lebensraumschutz und die Erledigung der dazu notwendigen Arbeit eine wesentliche Voraussetzung. Dazu zählt auch die Abstimmung mit LBV (Landesbund für Vogelschutz) und BJV/Wildland (Bayerischer Jagdverband). Erste gemeinsame Pflegearbeiten gab es mit den „Erlebnistagen“ in Bischofsreut. Erfreulich sind die Beiträge zweier Praktikanten und einem Gymnasialschüler sowie geplante gemeinsame Veranstaltungen mit dem Kreisjugendring des Landkreises. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit gibt es eine gute Zusammenarbeit mit der KEB Freyung-Grafenau (Katholische Erwachsenenbildung), den Kommunen Haidmühle und Philippsreut, dem Kneippverein Bischofsreut sowie dem Verein Grünes Herz Europas. (Text: K.Kleijn)