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„Kaffeeklatsch“ an der Kalten Moldau

 

Haidmühle. Zur guten Tradition ist mittlerweile das Picknick der Kreisgruppe Freyung-Grafenau des Bund Naturschutz (BN) geworden. In familiärer Atmosphäre erlebten die Gäste einen vergnüglichen Nachmittag, den auch der ein oder andere heftige Regenschauer nicht zunichte machen konnte. Lehrreich wurde es bei den Kurzwanderungen in die Moore und Feuchtflächen an der Kalten Moldau in unmittelbarer Nähe zur bayerisch-böhmischen Grenze.

Sonst geht es am Grenzübergang Haidmühle – Nové Údolí ja eher gemächlich zu. Ausflügler zu Fuß und per Rad quer hinüber und herüber. Da fällt es schon auf, wenn sich auf der Wiese gegenüber dem Ausflugsparkplatz mit Menschen füllt. Trotz der wankelmütigen Witterung hatten sich etliche Gäste eingefunden, um gemeinsam „Kaffeeklatsch an der Kalten Moldau“ zu halten. Nur kurz weilte das Bedauern, als Vorsitzender der Kreisgruppe, Peter Mayer, die Absage der angekündigten und sonst traditionell aufspielenden Musikgruppe „Zwerxt“ verkünden mußte. Doch angesichts der durchwachsenen Wetterlage hatte jeder Verständnis, dass deren wertvolle Instrumente keinen Schaden erleiden sollten. Für Abhilfe sorgte indes Christa Mayer-Röhrs an der Gitarre: Sie begleitete Volksweisen und alte Lieder und die Kaffeegäste zeigten sich begeistert ob des offenen Singens. Gute Gespräche und näheres Zusammenrücken während der kurzen Schauer rundeten die gelungene Veranstaltung ab.

Einen Einblick in die ganz eigene Landschaft der Moor- und Feuchtflächen konnten sich Interessierte auf einem kleinen Spaziergang verschaffen. Geführt vom Biologen Karel Kleijn staunten die Besucher, darunter auch Vertreter des Gemeinderates Haidmühle, über die vielfältigen Funktionen dieser besonderen Landschaftstypen. Lang und ausgiebig wurden die Führungen angenommen – teilweise liefen die Teilnehmer sogar barfuß. Karel Kleijn und Peter Mayer von der Kreisgruppe lobten dabei die konstruktive gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeinde, vertreten durch Mitglieder des Gemeinderats, zu Gunsten der Flächen im Tal der Kalten Moldau nordöstlich von Haidmühle. Diese gelten als landesweit bedeutsamer Moorkomplex und sind Bestandteil des „Grünen Bandes“. Die hohe Wertigkeit des Grenzstreifens, der eine große Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten sowie Lebe: nsräumen in sich birgt, erkannte man bereits frühzeitig. Über 12500 Kilometer entlang des einstigen Eisernen Vorhangs schlängelt sich das „Grüne Band“ als einzigartiger Biotopverbund, davon 1393 Kilometer durch Deutschland. (Text: C. Grapentin; Fotos: P. Mayer)