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Biber-Ausstellung in den Foyers unserer Krankenhäuser

PNP FRG regional 2013-04-01:

 

Ausstellung über den Biber: Bund Naturschutz informiert im Foyer des Kreiskrankenhauses über das Millionen Jahre alte Tier

 

Freyung. Die Kreisgruppe FRG des Bund Naturschutz stellt derzeit Infotafeln und eine imposante Holzskulptur im Krankenhausfoyer aus. Die Vorsitzende Christiane Grapentin enthüllte mit Unterstützung des Landrates Ludwig Lankl eine eindrucksvolle Eichenholzskulptur eines Bibers. „Diesem hölzernen Biber sitzt der kleine Mensch im Nacken, aber auf seiner „Kelle“, dem platten, beschuppten Schwanz sitzen Vogel, Fisch, Froschund Libelle, als Symbole für alle selten gewordenen Arten, die von der Neugestaltung von Feuchtgebieten durch den Biber profitieren.“ erläuterte sie nach der Begrüßung der Ehrengäste aus den Behörden und dem Freundeskreis der Naturschützer. Sie schilderte in Worten, was auf den Schautafeln in Bildern zu sehen ist: „Das monogame Familientier lebt im Drei-Generationen-Bau, er ist ein Ur-Bayer, wie Ortsnamen auch in unserem Landkreis beweisen: z. B. Biberbach. Der Biber war im Spätmittelalter wegen Fell und Fleisch und seinem Heilung zugeschriebenen „Bibergeil“ gesucht und beliebt, weswegen er vor mehr als hundert Jahren völlig ausgerottet wurde.

1966 wurden in einer Gemeinschaftsaktion des Bund Naturschutz mit Unterstützung der Staatsregierung bei Ingolstadt an der Donau die ersten Biber wiederangesiedelt.“
Frau Grapentin hob hervor, dass es das erfolgreichste Projekt des jetzt Hundert Jahre alten Bund Naturschutz in Bayern e.V. sei. Ein weiteres erfolgreiches Projekt war vor genau 40 Jahren der Grund für die Gründung der Kreisgruppe FRG: die Rettung der Ilz vor Verbauung durch Wasserkraftwerke. Heute sind wir stolz und dankbar für die Unterschutzstellung unserer frei fließenden Ilz, einem attraktiven Lebensraum nicht nur des Bibers, sondern für uns Menschen“ schloß Frau Grapentin ihre Rede.

 

„Der historisch erste amtliche Bibernachweis im Landkreis Freyung-Grafenau fällt auf den 30. Januar 1997, als der ehemalige Bürgermeister von St. Oswald meldet, dass ein Biber seine Obstbäume zu fällen beginnt“, leitete Landrat Lankl seine Grußworte zur Ausstellungseröffnung im Krankenhausfoyer ein. „Die ersten Jahre nach diesem Zeitpunkt verliefen – aus heutiger Sicht – ruhig. Hier und da gab es Bibermeldungen. Über Schäden hat sich kaum jemand beschwert.“ fuhr er seine Rede fort. „Seit ungefähr 10 Jahren hat sich der Biber auch bei uns im Landkreis über die Gewässerachsen der Ilz, der Wolfsteiner Ohe, Ginghartinger Bach-Systems und mit enormer Dynamik im System der Erlau ausgebreitet. Heute gibt es nur noch wenige Gewässerabschnitte, die nicht dauerhaft von Biberfamilien besetzt sind. Die Population des Bibers in Bayern ist inzwischen auf mehrere 10 Tausend Tiere angewachsen, die Zahl der Biber in FRG ist nicht bekannt.
Den Biber selbst kann man nicht so leicht beobachten, da er überwiegend nachtaktiv ist. Unübersehbar ist jedoch sein Wirken, Es lässt oft auch naturkundige Personen staunen, was ein Biber alles „bewegen“ und bewirken kann: gewaltige Staudämme, meterhohe Biberburgen, unzählige gefällte Baumstämme, darunter auch dicke Eichen und Lärchen, abgeerntete Maisfelder, komplett neu gestaltete Gewässerlandschaften… Wenn diese Leistungen – ob sie positiv oder negativ von uns Menschen empfunden werden – alle von Menschenhand erbracht werden müssten, dann bedürfte es dazu eines leistungsfähigen mittelständigen Betriebes mit einer Heerschar fleißiger und unermüdlicher Mitarbeiter mit hoch qualifiziertem technischen Knowhow, ganz wie hier im Krankenhaus in Freyung“ schmunzelte der Landrat. „Natürlich führt das Wirken des Bibers auch zu zahlreichen Konflikten“, fuhr Ludwig Lankl fort. „In manchen Fällen hat das Wirken des Bibers schon zu materiell erheblichen Schäden geführt, z.B. wurde eine gewerbliche Fischzucht über Nacht von der Wasserzufuhr abgeschnitten. Und in einer gemeindlichen Kläranlage hat er ein Stromversorgungskabel gekappt. Daher hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit 1998 das so genannte „Bayerische Bibermanagement“ ins Leben gerufen, welches von meinen Mitarbeitern in der unteren Naturschutzbehörde auch bei uns in FRG in die Praxis umgesetzt wird - mit der tatkräftigen Unterstützung von 5 Biberberatern. Der ursprünglich von den Naturschutzverbänden getragene Biber-Entschädigungsfonds ist heute ergänzt durch einen im Freistaat einmaligen Entschädigungsfonds des Umweltministeriums.

Dieser Fonds kann zwar nicht in vollem Umfang die jeweiligen Schäden ausgleichen, aber er fördert die Akzeptanz dieses streng geschützten Tieres an den Gewässern unserer Heimat.
Auch von der heute eröffneten Ausstellung erhoffe ich mir einen positiven Beitrag zur Akzeptanz des Bibers und eine unterhaltsame Abwechslung in den Hallen dieses Krankenhauses, sowohl für die Besucher, als auch für die Patienten.“ schloss der Landrat seine Rede.

Die Ausstellung ist bis 6. April im KH Freyung, dann bis 16. April im Waldkirchener und zuletzt bis 26. 4. in den Hallen des Grafenauer Krankenhauses zu besichtigen.